Grundlagenartikel

Was ist ein Highscore?

Highscore einfach erklärt: Bedeutung und Herkunft, Unterschied zu Bestleistung und Rekord, Bestenlisten heute und der höchste Pac-Man-Score.

Ein Highscore ist die Punktzahl, die du in einem Spiel erreichst, und meist die höchste davon: deine Bestmarke oder die Spitzenpunktzahl eines Spiels. Außerdem heißt so die Tabelle, in der die besten Ergebnisse stehen, also die Highscore-Liste oder Bestenliste. Das Wort ist ein Anglizismus aus dem englischen „high“ (hoch) und „score“ (Punktestand).

So weit die Wörterbücher. Spannender sind die Fragen dahinter: Woher kommt die Highscore-Tabelle? Was unterscheidet deinen persönlichen Highscore von einem Weltrekord? Wie funktionieren Bestenlisten heute, und was braucht es, damit ein Vergleich fair ist?

Illustration einer Highscore-Tabelle im Stil früher Arcade-Spiele: zehn Plätze von 1. bis 10., jeweils mit einem erfundenen Kürzel aus drei Buchstaben (NOX, ARI, TEO, ELA, JUN, RIK, VAL, MOE, LUK, ZOE). In der Spalte „Punkte“ stehen nur Striche, keine Punktzahlen.
Illustration So sahen Highscore-Tabellen in der Arcade-Ära typischerweise aus: zehn Plätze, Kürzel aus drei Buchstaben. Die Kürzel sind erfunden, Punktzahlen zeigt die Grafik bewusst nicht. Grafik vergrößern (neuer Tab)
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  • Die Tabelle heißt „Highscores“ und hat die Spalten Rang, Name und Punkte.
  • Sie zeigt zehn Plätze, von 1. bis 10.
  • Jeder Platz hat ein Kürzel aus drei Buchstaben, hier erfunden: NOX, ARI, TEO, ELA, JUN, RIK, VAL, MOE, LUK, ZOE.
  • In der Spalte „Punkte“ stehen nur Striche: Echte Punktzahlen gibt die Grafik nicht an.

Bedeutung und Schreibweise

Duden und Wiktionary führen für „Highscore“ übereinstimmend drei Bedeutungen:

  • Erreichte Punktzahl: die Punkte, die bei der Wertung eines Spiels zusammenkommen. Der Duden nennt dabei ausdrücklich Flipper und Computerspiele.
  • Tabelle: die Liste, in die erreichte Punkte eingetragen werden, also die Highscore-Tabelle oder Bestenliste.
  • Höchste Punktzahl: die höchste in einem Spiel erreichte Zahl an Punkten. Wiktionary nennt dafür die Synonyme Höchstpunktzahl und Rekordpunktzahl.

Im Deutschen schreibt man das Wort zusammen, der Plural lautet „Highscores“. Der Duden führt es als Maskulinum: der Highscore. Wiktionary verzeichnet daneben „die Highscore“, allerdings nur in der Bedeutung Tabelle. Als typische Wendungen nennt der Duden „den Highscore aufstellen“ und „den Highscore knacken“.

Drei verwandte Begriffe helfen bei der Einordnung:

  • Punktestand: der aktuelle Stand während einer Partie. Erst am Ende zeigt sich, ob daraus ein neuer Highscore wird.
  • Bestleistung: dein bestes Ergebnis, egal ob es in Punkten, in Zeit oder in einer anderen Wertung gemessen wird.
  • Bestenliste: das deutsche Wort für die Highscore-Tabelle. „Rangliste“ ist weiter gefasst und kann auch Wertungen meinen, die gar nicht auf Punkten beruhen.

Woher kommt der Highscore?

Highscores gab es laut Wikipedia schon bei den ersten Arcade-Spielen und bei Flippern. Das Lexikon der USK beschreibt das Arcade-Genre als Spielform aus der Tradition der Spielhallen der Arcade-Ära, bei der es um Punkte und den Highscore geht. Typisch dafür ist das Prinzip „leicht zu erlernen, schwer zu beherrschen“.

Punkte machten Leistung messbar. Es gab sie zum Beispiel für besiegte Gegner oder eingesammelte Gegenstände, und oft brachte das Erreichen bestimmter Punktgrenzen ein Extraleben. Die klassische Highscore-Tabelle zeigte die zehn besten Partien. Wer es hineinschaffte, trug ein Kürzel ein, früher meist drei Buchstaben. So entstand an jedem Arcade-Automaten eine kleine Rangliste: Wer danach spielte, sah die Kürzel der Besten und hatte ein Ziel vor Augen.

Besonders wichtig war dieses Ziel bei Spielen, die gar nicht auf ein Ende hinauslaufen. Pac-Man, 1980 als Arcade-Spiel erschienen, ist laut Wikipedia darauf ausgelegt, kein Ende zu nehmen. Für solche Spiele war der Highscore nach Wikipedia ein einfacher Weg, ein klareres Spielziel zu schaffen. Die Frage lautete nicht mehr „Habe ich es geschafft?“, sondern „Wie weit bin ich gekommen?“.

In der goldenen Ära der Arcade-Spiele, die Wikipedia je nach Abgrenzung ab 1978 oder um 1980 beginnen lässt, galt bei manchen Spielen eine besondere Herausforderung als letzte: „die Maschine umdrehen“. Gemeint ist, den Punktezähler so weit zu treiben, dass er wieder bei null anfängt.

Welches Spiel als erstes eine Highscore-Liste oder die Eingabe von Kürzeln hatte, lässt sich mit den hier geprüften Quellen nicht belastbar sagen. Deshalb nennen wir dazu bewusst kein Jahr.

Unsere Einschätzung: Diese Listen gehören zu den frühen Formen des Wettbewerbsgedankens in Videospielen. Sie leben bis heute weiter, laut Wikipedia etwa als Frag-Tabellen in Ego-Shootern, als Bestzeiten in Rennspielen und als Highscore-Funktion in Browserspielen.

Highscore, Bestleistung, Rekord: die Unterschiede

Im Alltag verschwimmen die Begriffe leicht. Der Unterschied liegt darin, mit wem du dich misst und wer das Ergebnis anerkennt.

  • Persönlicher Highscore: die höchste Punktzahl, die du selbst in einem Spiel erreicht hast. Er vergleicht dich nur mit dir selbst und sagt nichts darüber, wie gut andere sind.
  • Highscore einer Bestenliste: die höchste Punktzahl innerhalb einer bestimmten Liste, etwa auf einem Gerät, unter Freunden oder in einer Woche. Er gilt nur für den Kreis und den Zeitraum dieser Liste.
  • Weltrekord: die höchste anerkannte Punktzahl, die in einem Spiel unter festgelegten Regeln erreicht wurde. Anders als die beiden anderen Formen braucht er klare Regeln und einen überprüfbaren Nachweis.

Für die persönliche Bestleistung und den Weltrekord gibt es im Sport und im Speedrunning zwei englische Kürzel, die Wiktionary verzeichnet:

  • PB: steht für „personal best“, also die persönliche Bestleistung.
  • WR: steht für „world record“, also den Weltrekord.

Wie Bestenlisten heute funktionieren

Das Prinzip ist seit der Arcade-Zeit gleich: Ergebnisse werden sortiert, das beste steht oben. Was eine Platzierung aussagt, hängt aber von den Regeln der jeweiligen Liste ab.

Lokal oder online

Eine lokale Bestenliste ist auf einem Gerät gespeichert und zeigt nur, wer dort gespielt hat, so wie früher am Arcade-Automaten. Eine Online-Bestenliste sammelt die Ergebnisse vieler Spieler zentral. Manche Plattformen unterscheiden dabei noch einmal: Google Play Games Services etwa zeigt eine öffentliche Bestenliste mit allen, die ihre Spielaktivität öffentlich teilen, und eine soziale Bestenliste mit Personen aus dem eigenen Kreis.

Zeitlich begrenzte Bestenlisten

Nicht jede Liste gilt für immer. Google Play Games Services legt zum Beispiel zu jeder Bestenliste automatisch eine tägliche, eine wöchentliche und eine Gesamtversion an. Die Tagesliste beginnt jeden Tag neu, die Wochenliste in der Nacht von Samstag auf Sonntag (jeweils um Mitternacht nach UTC-7, ganzjährig). Nach demselben Prinzip lassen sich auch längere Zeiträume wie eine Saison abbilden. Der Vorteil aus unserer Sicht: Auch wer neu einsteigt, hat in der aktuellen Woche eine echte Chance auf einen vorderen Platz.

Bester Versuch oder Durchschnitt

Eine mögliche Regel lautet: Nur der beste Versuch zählt. So arbeitet etwa Google Play Games Services: Dort wird ein neues Ergebnis nur übernommen, wenn es besser ist als dein bisheriger Eintrag im jeweiligen Zeitraum. Denkbar ist auch, den Durchschnitt mehrerer Versuche zu werten. Das belohnt Beständigkeit statt eines einzelnen Ausreißers nach oben.

Gleichstand

Haben zwei Einträge dieselbe Punktzahl, braucht die Liste eine Regel. Möglich ist zum Beispiel, dass der Eintrag vorne steht, der die Punktzahl zuerst erreicht hat, oder dass sich beide den Platz teilen. Welche Regel gilt, legt jedes Spiel selbst fest.

Punkte, Zeit oder Wertungszahl

Nicht jede Bestenliste sortiert nach „mehr ist besser“. Google Play Games Services kennt ausdrücklich auch Listen, bei denen der kleinere Wert vorne liegt, etwa die Zielzeit in Rennspielen. Wenn die Zeit statt der Punkte zählt, bist du schon nah an Speedruns, bei denen ein Spiel so schnell wie möglich durchgespielt wird. Daneben gibt es Wertungssysteme wie die Elo-Zahl, ursprünglich aus dem Schach, die sich je nach Ergebnis gegen andere verändert und laut Wikipedia auch in Computerspielen genutzt wird.

Warum Highscores motivieren

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Gemütliches Gaming mit persönlichem Fortschritt: Illustration der Redaktion.

Ein Highscore macht aus einer Partie eine Aufgabe mit Maßstab. Mehrere Dinge kommen dabei zusammen:

  • Klares Ziel: Gerade bei Spielen ohne Ende gibt die Punktzahl eine Richtung vor, wie das Pac-Man-Beispiel zeigt.
  • Sofortiges Feedback: Du siehst nach jeder Runde, wie gut sie war. Das ist unsere Beobachtung, keine Forschungsaussage.
  • Sichtbarer Fortschritt: Eine neue persönliche Bestleistung zeigt, dass du besser geworden bist. Damit ist der Highscore eine von mehreren Messformen für Können, wie sie auch bei Skillgames eine Rolle spielen.
  • Sozialer Vergleich: Die Bestenliste zeigt, was andere geschafft haben, und setzt so ein Ziel, ohne dass es jemand ausspricht.
  • Wiederspielwert: Laut Wikipedia erhöhen Highscores die Wiederspielbarkeit eines Spiels.

Dass eine Bestenliste wie ein vorgegebenes Ziel wirken kann, deutet ein Experiment von Landers, Bauer und Callan an (veröffentlicht 2017 in der Fachzeitschrift Computers in Human Behavior). Wie der Erstautor Richard N. Landers die Studie in seinem Blog zusammenfasst, sollten die Teilnehmenden in einer Brainstorming-Aufgabe möglichst viele Ideen finden: Vier Gruppen bekamen klassische Zielvorgaben, eine fünfte sah nur eine Bestenliste mit Punktwerten, ohne weitere Anweisung. Nach seiner Darstellung erreichte diese Gruppe ähnliche Ergebnisse wie die Gruppen mit schwierigen oder kaum erreichbaren Zielen. Entscheidend war laut Landers, wie verbindlich die Teilnehmenden das Ziel für sich nahmen: Wer sich darauf einließ, schnitt besonders gut ab, wer nicht, blieb zurück. Landers selbst beschreibt die Arbeit als erste Studie zu Zielsetzung und Gamification; die Aufgabe war zudem kein Spiel. Ein allgemeines Gesetz lässt sich daraus nicht ableiten.

Die Kehrseite schätzen wir so ein: Wer sich ständig mit der Spitze einer großen Liste misst, kann eher Frust und Vergleichsdruck erleben als Motivation. Dann ist die eigene Bestleistung oft der bessere Maßstab.

Gibt es einen höchstmöglichen Highscore?

Manchmal ja, und zwar aus technischen Gründen.

  • Zählergrenze: Ein Punktezähler hat nur eine bestimmte Zahl an Stellen. Ist sie ausgeschöpft, kann er überlaufen und wieder bei null beginnen. Genau darauf zielte das „Umdrehen“ in der Arcade-Zeit.
  • Kill Screen: ein Level, das sich meist wegen eines Programmierfehlers nicht schaffen lässt und das Spiel damit faktisch beendet.

Ein bekanntes Beispiel ist Pac-Man. Der Arcade-Automat von 1980 zählt die Level intern mit einer 8-Bit-Zahl, die nur Werte bis 255 fassen kann. Auf Level 256 läuft dieser Zähler laut heise online über, und die rechte Bildschirmhälfte füllt sich mit Buchstaben und Symbolen. Weil in der linken Hälfte nicht genug Punkte zum Abschließen liegen, ist das Level nach Wikipedia nicht lösbar.

Damit hat Pac-Man eine Obergrenze: Wer in jedem Level jede Pille, jedes Power-Pellet, jede Frucht und jeden blauen Geist erwischt, ohne ein Leben zu verlieren, kommt auf 3.333.360 Punkte. Guinness World Records führt diesen Wert als „perfect score“, also perfekte Punktzahl; heise online und Wikipedia beschreiben ihn als höchstmöglichen bzw. maximalen Score.

Fair vergleichen

Ein Highscore ist nur so aussagekräftig wie die Bedingungen, unter denen er entstanden ist. Damit eine Bestenliste etwas bedeutet, braucht sie Regeln:

  • Gleiche Version: Verschiedene Fassungen eines Spiels können unterschiedlich punkten. Vergleichbar sind nur Ergebnisse aus derselben Version.
  • Gleiche Bedingungen: Schwierigkeitsgrad, Einstellungen und erlaubte Hilfen müssen für alle gleich sein.
  • Nachweis: Je wichtiger die Liste, desto wichtiger ist ein Beleg, etwa eine Aufzeichnung der Partie.

Wie eine solche Prüfung aussehen kann, zeigt das Speedrunning: Dort zeichnen Spieler ihre Läufe laut Wikipedia in der Regel auf, und Moderatoren der Ranglisten-Plattformen prüfen die Einsendungen. Wie das im Einzelnen abläuft, erklärt unser Beitrag dazu, wie Speedruns geprüft werden. Online-Bestenlisten können zusätzlich technisch prüfen: Google Play Games Services kann bei Android-Spielen Ergebnisse, die nach Manipulation aussehen, automatisch ausblenden. Bei neuen Bestenlisten ist dieser Schutz standardmäßig eingeschaltet, bei bestehenden muss er erst aktiviert werden.

Wenn du deine Punktzahl mit einer Liste vergleichst, lohnt deshalb ein kurzer Blick auf die Regeln: Welche Version, welcher Zeitraum, zählt der beste Versuch oder der Durchschnitt?

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  • Speedrun erklärt

    Wenn nicht die Punkte zählen, sondern die Zeit, und wie Rekorde dort geprüft werden.

  • Was ist ein Skillgame?

    Warum Punkte, Zeit und Platzierung zeigen, was jemand im Spiel kann.

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